Skateistan
Afghan Skate School
Afghanistan ist von einem Krieg gezeichnet, der das Leben vieler Menschen in diesem Land überdauert. Haben Kinder, die in diesem Klima heranwachsen, eine Chance, sich zu positiv denkenden und weltoffenen Menschen zu entwickeln? Eine bemerkenswerte Initiative nähert sich dem Thema mit einem völlig neuen Ansatz: Der australische Skateboarder Oliver Percovich hat zusammen mit Sharna Nolan und Travis Beard in Kabul die erste Skateboardschule eröffnet, in der Jungen und Mädchen gemeinsam an den kreativen Sport herangeführt werden. In einem Land, in dem 70 % der Bevölkerung jünger als 25 Jahre ist, ist das Skaten das passende Medium positive Energie zu transportieren – auch, wenn es nur für ein paar Stunden am Tag ist.
Bei Skateistan geht es aber nicht nur um das sportliche Erlebnis. „Die Vision”, sagt Percovitch, „besteht in der Entwicklung eines Programms, das den Jugendlichen Kraft gibt, in wichtigen Belangen die Verantwortung zu übernehmen und Netzwerke aufzubauen, die keine ethnischen Grenzen kennen.“ Skateistan bietet somit eine neue Basis für einen interkulturellen Austausch und als Bildungseinrichtung. Die Schüler, die aus unterschiedlichen Verhältnissen stammen, lernen dabei nicht nur Skateboardfahren, sondern auch organisierte Projektarbeit, die englische Sprache sowie sich im Alltag zurechtzufinden.
„Jeder Skatetag“, sagt Sharna Nolan, „ist ein Geschenk voller bewegender Momente. Sobald wir unsere Boards in Kabul weglegen, sind wir umzingelt von Kindern aller Altersklassen, die uns anflehen, ihnen Skaten beizubringen.“ Was für ein bewundernswertes Projekt in einer Stadt, die unsere Schlagzeilen allzu oft mit negativen Dingen füllt.